Sonntag, 27. Mai 2012

Tschüss Mai, hallo Juni !




...kaum zu glauben, dass nach diesem harten Winter nun doch alles so üppig gedeiht!
Jeder Gang im Garten macht Freude, jeden Morgen ein gespannter Blick aus dem Fenster - sind die Rosen-Blüten schon offen? Nein? Macht nichts...ich habe gelernt geduldig zu sein! ..Na ja, jedenfalls fast!

Von der Pflege her ist die schlimmste meiste Arbeit im Garten erledigt - der Rückschnitt der Stauden- und Gräserbeete, sowie der Strauch- und Weidenschnitt Ende Februar, das ausbringen von Kompost und neuer Erde im März sowie der gefürchtete Rosenschnitt, das Herrichten des Gemüsegartens und das Jäten und Austechen der Wiesen-Unkräuter und das ausäen von Tomaten und Gurken im April, der Schnitt der Buchs- und Ligusterhecken im Mai und zwischendurch immer wieder ein paar Neupflanzungen wo altes gegangen ist - kurz: die Beete sind dicht bepflanzt, gejätet und gemulcht -  der Sommer kann kommen. 

Unkraut hat nun fast keine Chance mehr, ich habe zwar keinen Giersch im Garten, dafür Winden, Quecke und anderes lästiges Zeugs...Da ich in den Beeten nicht hacke, ruhen wenigstens die Unkrautsamen tief in der Erde. Erst durch das Bearbeiten des Bodens kommen sie ans Licht und keimen dann prompt. Genau aus diesem Grund unterlasse ich das und mulche immer dünn mit Rasenschnitt. Die Winden zupfe ich vorzu aus, auch da hacke ich nicht, sonst werden aus jedem zerteilten Wurzelstück viele neue Windenpflänzchen.
Das wenige Unkraut dass es im Beet doch an Licht schafft, ist schnell ausgezupft, an unzulänglichen Stellen lasse ich es sein...man sieht es eh nicht in all der Blütenfülle. (ausnahme Winden, die winden sich um alles) Ausser dem regelmässigen Jäten der Kieswege, der Pflege des Gemüsegartens und dem Schnitt der verwelkten Zierlauch/Rosenblüten, beginnt jetzt das grosse Geniessen.
Statt Garten-Beet heissts ab sofort Gartenbett :-) 


obwohl ich es da auch nie lange aushalte...schnell mal da geguckt, mal dort gezupft, die Vögel beobachtet...die Katzen räkeln sich schon wieder so fotogen in der Wiese....wer kann schon in Ruhe ein Buch lesen, wenn rundherum die Natur tobt? 

....oder je nachdem sinds natürlich auch die Kinder, die toben....



Viele Wege verbinden den Garten, doch der liebste ist mir dieser, der links an unserem Hauseingang und unserem "Hochzeitsstein" vorbeiführt....nach der Biegung und dem Rosenbogen erreicht man den Küchensitzplatz. Hier um die Ecke zu kommen, ist immer wie eine andere Welt zu betreten.

vorbei am würzigen Thymian....
 ..und an den im Wind tanzenden Akeleien....
 ...an den Trockenkünstlern im Topf....
und an den 3 Harlekinweiden vorbei, deren neuen Triebe fast weiss sind....




 vorbei an der Felsenbirne, deren winzige beerenähnliche Früchte im Juni reifen.
 hinein in den "Familiengarten"
 


 Liebe Grüsse
und schöne Pfingsten!

Carmen


Samstag, 26. Mai 2012

Vor Pfingsten gehts am ringsten....


Die letzten beiden Wochen waren sehr anstrengend. Wir zügelten die gesamten Möbel ausser dem Klavier vom Erdgeschoss ins Obergeschoss. Wir bauten teils Einbauschränke wieder aus, strichen teils Wände neu, und ich entrümpelte gleichzeitig alle Schränke und Schubladen.
Der Grund? Ein neuer Boden!
Vorher - Laminat Parador Kirsche
Dann rissen wir die gesamten 85m² alten Bodenbelag heraus  (war ja nicht nur im Wohnzimmer, sondern auch Küche, Bastelraum, WC, Eingang...) und warteten gespannt auf die Bodenleger (mein Bruder und sein Partner) die dann am Montagmorgen vor der Türe standen. Aber erstmal musste der Parkett ausgeladen und reingetragen werden - tja und ab diesem Punkt war ich dann plötzlich Handlanger für alles...


Nachdem der Unterlagsboden abgeschliffen war (wow, war DAS ein Staub überall)
gings dann los.  "gib mal das, hol mal die Sandsäcke, kannst du schnell die Spickschnur anspicken,... bring mir das, verteil das Parkett, mehr Sandsäcke bitte" so gings den ganzen Tag....und mittags kochte ich "im Staub" das Mittagessen für die Jungs. Sind ja schliesslich Verwandte.

Der Laminatboden war nur eine "Not-Lösung" da wir beim Hausbau sehr sparen mussten. Der Boden war an einigen Stellen auch sehr unschön und das schlimmste - so ein dunkler Boden ist sehr empfindlich - empfindlich auf Staub, Katzenpfoten-Tapsen, sandige Kinderfüsse, Krümel und Essenreste - man sah immer alles und der Boden brachte mich mehr und mehr zur Verzweiflung!
Wir haben uns nun für die gebürstete und geölte Landhausdiele "Trendpark Eiche 35" von Bauwerk entschieden. Die noch brauchbaren Laminatdielen finden in einem anderen Haus eine Wiederverwertung.

Markus von Teacup-in-the-Garden    schreibt so herrlich über seinen neuen Tisch - genauso! ergeht es mir, wenn ich über den neuen Boden laufe!
 
Ein herrliches Gefühl!
Aller Schmutz und Staub ist bereits vergessen - 
was bleibt ist die unendliche Freude!


Tja, was sagt man dazu? VOR Pfingsten gehts am ringsten!
Ich bin so froh, dass es vorbei ist, na ja noch nicht ganz.....da das Haus sehr offen gebaut ist, hat sich der Staub ganz wunderbar in meinem Büro verteilt, in der Bibliothek ...ach, einfach überall.....
wenn ihr länger von mir nichts hört, bin ich noch am putzen.....

...und hier lege ich dann vollkommen erledigt die Füsse hoch!
Ist das Licht nicht wunderschön?


 Gartenbilder gibts morgen!


 Ein Teil der Blumenwiese, die ich 2010 gesäht habe, blüht heuer das erstemal so richtig!

Die Samen von heute, 
sind die Blumen von Morgen.

und er ist auch total K.O von dieser Woche...

 Liebe Grüsse
Carmen

Sonntag, 13. Mai 2012

Der Wind unter den Weiden....

...macht vor Gartengrenzen nicht halt!


In den Tontöpfen links keimen die "geklauten" Samen von unseren Elsass-Ferien im letzten Herbst. Ich habe immer wieder im Vorbeigehen an öffentlichen, blumengeschmückten Brunnen ein paar Samenstände abgerissen und sie verstohlen in die Tasche gesteckt...bin sehr gespannt, obs was wird...Die Tontöpfe sind übrigens alle neu...ich habe sie im letzten Sommer mit Naturejoghurt, etwas lehmiger Erde und Moos bestrichen.Innert kurzer Zeit setzen sie dann Patina an..

Aber nun zum "Wind in den Weiden
Vor 4 Jahren habe ich dem Nachbarn zur rechten Seite eine daumendicke, ca. 2m lange Weidenrute in die Hand gedrückt und gefragt ob er einen Baum pflanzen will. 
Lachend fragte er, ob ich das ernst meine...
"aber sicher" lachte ich zurück "innert 2 bis 3 Jahren wird das ein Baum sein" und so hat er die Weidenrute nahe der gemeinsamen Grenze gepflanzt und mit einem Stab gestützt. Es wurd ein Baum.......und was für einer!

in 3 Jahren zum Baum - das schafft nur eine Weide!
Die Weide im späten Abendlicht
Sie wächst mit ihren langen Ästen über die Grenzen, vermittelt zwischen unseren hohen Häusern, bietet Sichtschutz und Privatsphäre, glitzert im Abendlicht und spiegelt sich in Nachbars Teich. Der Wind streicht durch die Weide und ihre Äste wiegen sich hin und her - das Rauschen beruhigt einem ungemein, und mehr als einmal hat man das Gefühl, man ist in den Ferien. Es sitzen unendlich viele Vögel in der Krone, auf der Suche nach Futter für ihre Jungen.
Die Rosen, die ich damals entlang der Grenze gepflanzt habe, müssen wohl bald raus, es wird immer schattiger, unter dem Kugelahorn wachsen ja bereits Schattenstauden, sie stehen den Rosen an Schönheit in nichts nach! Hauptsache der wundervolle Baum bleibt wo er ist - er ist grenzverbindend! Der Draht-Zaun ist übrigens nur da, weil unsere Nachbarn einen Hund haben - und wir Katzen ;-) liebe Nachbarn - an dieser Stelle einen herzlichen Gruss über die Grenze! Wir lieben den Baum auch!
   
Kleiner Sitzplatz auf der Westseite - den Tisch habe ich erst kürzlich im Dr.Flo's Shop (Antikladen) gekauft.

Das Birnenspalier habe ich aus einem ganz gewöhnlichen vieltriebigem 
Obstbaum gezogen... er ist inzwischen über 2.50m gross. 
frischgepflanztes Birnenspalier 2010






Hier eine kleine Zeitreise - es ist gar nicht mal so lange her.....
Am Anfang war nichts - nur Erde....

 

wenn man genau hinschaut, sieht man rechts die dünne Weidenrute im 1.Jahr.
Von Baum noch keine Spur zu sehen.... 

aber schon nach 1 Jahr erreicht der Baum die 4m Marke....
 Im Bild ganz rechts ist eine strauchartig wachsende Weide abgebildet, es könnte sich um eine Purpurweide handeln, genau weiss ich das nicht. Hier im Bild ist sie 1 Jahr alt, ich habe ein ca. 15cm langes Aststück waagrecht auf die Erde gelegt und nur leicht mit Erde zugedeckt (waagrecht deshalb, damit sie buschig und mehrtriebig wächst, der Steckling treibt dann aus mehreren Augen aus)
 Die grössere Weide auf Nachbars Grundstück hat schon keinen Platz mehr auf dem Foto - 
im Bild oben ist die kleinere Weide im 2.Jahr zu sehen, dieselbe, die ich aus dem Steckling gezogen habe. Sie ist nun nach 2 Jahren ebenfalls 4m hoch
Hier Nachbars Weide schon ein stattlicher Baum geworden - von Null auf Baum in 2 Jahren!

Nach 3 Jahren war das hohe Haus der Nachbarn fast komplett verdeckt !
Die Rosen bekommen immer weniger Sonne, inzwischen sind die Äste längst über den Zaun gewachsen. Ich könnte den Baum natürlich auf meiner Seite beschneiden, aber längerfristig müssen die Rosen da doch raus. Ich will keinen einseitig wachsenden Baum, wenn schon, soll er natürlich aussehen. Ich warte dieses Jahr noch ab und entscheide im Herbst.
Kurz darauf bricht bei einem Sturm die Baumkrone entzwei.
Man siehts im Bild unten nicht so richtig, aber die Weide sieht furchtbar aus!
Die Hälfte der Krone ist weg.
 
und das ist aus dem 15cm langen Weidensteckling im 3.Jahr geworden!
Ich mags sie - Nachbars Weide!
Schatten hin oder her - 
so ein Baum erzeugt ein wahnsinniges Raumgefühl!
Ich würde sicherlich nie eine Weide in einen kleinen Reihenhausgarten pflanzen, oder wenn, dann nur als Kopfweide gezogen, die man dann mind. jedes 2.Jahr auf den Kopf zurückschneidet.
Wie jede Weide, kann man natürlich auch diese beschneiden - man muss aber nicht!
Die etwas kleinere Stecklingsweide schneide ich im 2-jahres-Rythmus -
sonst wird sie mir definitiv zu gross. 
Den kleinen Buchsbaum-Stamm habe ich aus einem Steckling gezogen. Sobald er angewachsen ist (ich habe ihn an einer halbschattigen Stelle ausgepflanzt, da ich manchmal "vergesse" meine Topfpflanzen zu giessen..da ist auspflanzen die sicherere Alternative) kann man langsam von unten beginnend die Triebe abschneiden.
Bei der gewünschten Endhöhe wird die Krone, resp. der Haupttrieb abgeschnitten, dann verzweigt sich das Bäumchen gut. Nun im 2.Jahr ist er mir auch "schön" genug, sodass ich ihn ausgegraben und eingetopft habe, das Sternmoos lässt es schön eingewachsen aussehen. Sternmoos versamt sich bei mir ja in den Kieswegen - so habe ich immer genug Vorrat....
dasselbe funktioniert auch bei Thuja etc. man kauft eine eintriebige!!! Pflanze
und schneidet den Stamm frei. Innert kurzer Zeit hat man ein Formgehölz.

Liebe Grüsse und einen schönen Muttertag
wünscht Euch
Carmen

Samstag, 12. Mai 2012

DIY - Eames House Bird

Schon lange gefiel mir der schwarze  "Eames House Bird" der durch das Designer-Ehepaar Ray & Charles Eames berühmt geworden war.
Doch der stolze Preis hielt mich davon ab, nur für Deko soviel zu bezahlen...
 
Wie so oft heisst es "Do-it-yourself" , um zum gewünschten Dekostück zu kommen -  
und bei dem Einen ist es nicht geblieben. 

Ursprünglich wollte ich sie ja schwarz bemalen oder gleich mit einem buntem Muster.
Doch als ich sie nach ein paar Tagen Trocknungszeit probeweise aufstellte, gefielen sie mir in weiss immer besser....falls es mich dann überkommt, sind die drei Vögel innert kürzester Zeit bemalt!
Ich warte vorerst ab...



Material:
lufthärtende Knetmasse
Schaschlik oder andere Holzspiesse
Knetzubehör, Messer, Unterlage
Augen Ø 4 oder 6mm
Vorlage (z.B Eames House Bird)
Zeit pro Vogel ca. 15Min.


Anleitung:
Zuerst formt man einen Kegel, der am Schwanz immer dünner wird.
Dann arbeitet man die Grundform mit Kopf heraus (mit den Fingern).
Die House Bird-Vorlage hatte ich auf dem IPad immer eingeblendet.
Falls die Form nicht stimmt, mit einzelnen Knetkugeln (z.B bei den Flügeln) ergänzen und sauber verstreichen. Die Form immer wieder von allen Seiten kontrollieren.
Am Schluss werden Falten und Risse mit Wasser verstrichen.
Es sind keine perfekten Vögel geworden, aber das müssen sie auch nicht sein - hauptsache es sind meine! ;-)
Für die Augen habe ich winzige schwarze Knopfaugen Ø 4 und 6mm verwendet und sie einfach in die Knetmasse gedrückt. Die Beine sind aus ca. 6-8cm langen Schaschlikspiessen geschnitten. Je nach Vogelgrösse müssen diese angepasst werden, auch der Neigungswinkel der Beine muss individuell angepasst werden, falsch platzierte Beine kann immer noch umstecken und die Löcher wieder verstreichen.
Je nach Grösse mind. eine Woche trocknen lassen, dabei immer wieder wenden, damit sie von allen Seiten gut durchtrocknen. Zum Schluss bemalen - und Freude haben!


Was man noch alles aus Knetmasse basteln kann, seht ihr hier :

Das Bild ist zwar schon 5 Jahre alt, aber ich habe immer noch Freude daran. Die Blütenblätter habe ich hier mit Schubi-Mehl geformt, das trockene Material ist viel leichter als Knetmasse.

Geformt habe ich die Blüte liegend auf einer weissbeschichteten Spanplatte (50x50cm)
Man beginnt mit den grössten Blütenblättern aussen (Kreisdurchmesser fein mit Bleistift vorzeichnen) und arbeitet sich dann nach innen vor, dabei werden es immer mehr und kleinere Blüten.
Die Trockenzeit war hier einiges länger (mehrere Wochen) danach musste ich zuerst alle Blütenteile die sich beim Trocknen gelöst haben, mit Heisskleber anleimen. Später wurde mit weisser Sprühfarbe alles angesprayt. Zeit für die Blüte ca. 2 Std. - gut! durchtrocknen lassen (3 Wochen oder länger je nach Grösse)


viel Spass beim Kneten und liebe Grüsse
Carmen