Seit 2008 lebe ich nun schon mit dem Buchsbaumpilz im Garten - seit 2010 hat sich auch noch der Buchsbaumzünsler dazugesellt. Und doch lebt der Buchs immer noch - und das im Biogarten.
Geht das überhaupt? Und mit welchem Aufwand?
Höchste Zeit die Krux mit dem Bux genauer unter die Lupe zu nehmen,
denn dieser Artikel hier ist schon längst nicht mehr aktuell:
Die Beeteinfassung oben ist nicht etwa Buchs, sondern eine aus Stecklingen gezogene Einfassung aus der Heckenkirsche 'lonicera nitida' Sie muss mindestens dreimal pro Jahr geschnitten werden. Wie man so eine Hecke aus Stecklingen zieht, ist HIER sehr gut beschrieben. Nach einem strengen Winter kann die Heckenkirsche stark herunterfrieren, nach dem Rückschnitt treiben sie aber schnell wieder aus.
Besonders im Gemüsegarten ist der Buchs stark vom cylindrocladium buxicola befallen.
Anfangs habe ich im Frühjahr regelmässig selbsthergestellte Kräuterbrühen mit Teebaumöl gespritzt um ihn zu stärken und jedes Jahr spätestens Ende Juni hatte ich genug davon und liess es dann sein. Im Herbst 2012 dachte ich, jetzt muss er wirklich raus, es wird immer schlimmer. (Bild links unten)
Anfangs habe ich im Frühjahr regelmässig selbsthergestellte Kräuterbrühen mit Teebaumöl gespritzt um ihn zu stärken und jedes Jahr spätestens Ende Juni hatte ich genug davon und liess es dann sein. Im Herbst 2012 dachte ich, jetzt muss er wirklich raus, es wird immer schlimmer. (Bild links unten)
links August 2012 - rechts im Mai 2013
(Beginn mit EM Spritzungen Mitte April 2013)
im Juni 2013
Buchsbaumpilz
Buchsbaumzünsler
Buchsersatz
Aus die Maus, der Buchs muss weg...
26.8.10Ein Schweizer Garten
Nun hat er unser kleines Dorf erreicht - der Buchsbaumzünsler.
Nachdem ich schon mit dem Buchsbaumpilz "Cylindrocladium buxicola" zu kämpfen habe, hat nun die nächste Plage zugeschlagen. Obwohl der Buchs in meinem Garten ein toller Strukturgeber ist, glaube ich kaum dass er eine Überlebenschance hat, ohne ständig die Giftspritze zu zücken. Alternativen dazu gibts ja genügend, einige davon stehen sowieso schon in meinem Garten.
Die grüne Einfassung, die das Staudenbeet säumt ist kein Buchs,
sondern Heckenkirsche (Lonicera nitida "Maigrün"
sondern Heckenkirsche (Lonicera nitida "Maigrün"
Diese Einfassung habe ich im Frühjahr 2009 aus Stecklingen gezogen, siehe auch Stecklingsgewinnung. Die Stecklinge wachsen ohne grosse Pflege ̶1̶̶0̶̶0̶%̶i̶̶g̶ 99.9% an. Ich habe die Einfassung gleich an Ort und Stelle gezogen. Wichtig ist, dass man die Triebspitzen regelmässig kappt damit sich die kleine Hecke gut verzweigt. Der Schnitt ist aufwändiger als beim Buchs, da Heckenkirsche um ein Vielfaches schneller wächst und auch längere Einzeltriebe macht. Der Schnitt ist aber in 10 Min. erledigt, da ich mit der Heckenschere nur nach Augenmass und nie mit einer Schablone arbeite. Nach einem strengen Winter verliert die Heckenkirsche die obersten Blätter und einige Zweige sind kahl. Die Hecke ist aber trotzdem zu 90% wintergrün. Da die Heckenkirsche bereits im März mit Wachsen beginnt, gleicht sie das schnell wieder aus. Die dürren Zweige entfernt man einfach mit der Heckenschere.
Nicht wintergrün, aber sehr schnittverträglich ist der langsamwachsende Zwergliguster."Ligustrum vulgare Lodense" (Bild oben, rechts unten) Ich habe 2 Kugeln, Jahreszuwachs praktisch null....Schneiden einmal jährlich.
Nicht wintergrün, aber sehr schnittverträglich ist der langsamwachsende Zwergliguster."Ligustrum vulgare Lodense" (Bild oben, rechts unten) Ich habe 2 Kugeln, Jahreszuwachs praktisch null....Schneiden einmal jährlich.
Zum Vergleich: die grössere Kugel im Vordergrund ist Buchs, die kleinere dahinter Lonicera nitida. Vergrösserung rechts: oben Lonicera, darunter Buchs.
Buchsersatz Eibe und Scheinzypresse
Die beiden Kugeln im Hintergrund sind Eiben 'Taxus baccata' . Im Vordergrund wächst eine Gelbe Kegel-Scheinzypresse 'Chamaecyparis lawsonia Ellwoods gold' .
Die Scheinzypresse wird ohne Schnitt 2-3m hoch! Wenn man Zypressen oder Thuja jahrelang nicht schneidet, kann man deren Grösse kaum mehr reduzieren, ohne dass die Pflanze kahl wird. Ich halte sie somit mit regelmässigem Schnitt kompakt in Kegelform. (ähm...hoffentlich klappt das auch...;-)
Weitere geeignete Buchsersatzpflanzen:
Die beiden Kugeln im Hintergrund sind Eiben 'Taxus baccata' . Im Vordergrund wächst eine Gelbe Kegel-Scheinzypresse 'Chamaecyparis lawsonia Ellwoods gold' .
Die Scheinzypresse wird ohne Schnitt 2-3m hoch! Wenn man Zypressen oder Thuja jahrelang nicht schneidet, kann man deren Grösse kaum mehr reduzieren, ohne dass die Pflanze kahl wird. Ich halte sie somit mit regelmässigem Schnitt kompakt in Kegelform. (ähm...hoffentlich klappt das auch...;-)
Weitere geeignete Buchsersatzpflanzen:
Thymian (nicht immer ganz Frosthart) Hebe "Green Boys", die kleinblättrigen Heben sind in milden Gegenden ausreichend winterhart, vor den grossblättrigen sollte man die Finger lassen oder in Töpfen an einem frostgeschützten Platz überwintern.
Euonymus und Thuja occidentalis in Sorten, die schwachwüchsige Eibe "z.B .Taxus baccata 'Cristata'" wie auch Heiligenkraut und wintergrüner Gamander - alle lassen sich schön in Kugelform schneiden oder gar als Einfassung ziehen.
Immer öfters wird auch "Ilex crenata" als Buchsersatz empfohlen.
Diese Art sieht zwar fast gleich aus, verträgt aber keinen Kalkboden und auch die Wintersonne macht ihm arg zu schaffen. In kalten Gegenden erfrieren sie gerne. Der Preis ist relativ hoch.
Immer öfters wird auch "Ilex crenata" als Buchsersatz empfohlen.
Diese Art sieht zwar fast gleich aus, verträgt aber keinen Kalkboden und auch die Wintersonne macht ihm arg zu schaffen. In kalten Gegenden erfrieren sie gerne. Der Preis ist relativ hoch.
Aus dem gewöhnlichem wintergrünen Liguster "Atrovirens" habe ich eine niedrige Einfassungshecke aus Stecklingen gezogen. (Bild oben vor dem Rosenbogen.) Diese hier ist knapp 2 Jahre alt und wird 3-4 mal jährlich geschnitten. Auf diesem Bild ist der Schnitt wieder überfällig! ImWinter verfärben sich die Blätter zu einem dunklen rotgrün. Erst zum Winterende fallen sie ab, treiben aber kurz darauf neu aus.
Alternativen zum Buchs gibt es zuhauf !
Der Buchsbaumpilz und der Zünsler wüten in den "noch" grünen Hecken....der Pilz alleine war nicht so schlimm, die Hecken sind immer wieder schön ausgetrieben, ganz kahl waren sie nie. Hier habe ich regelmässig Kräuter-Teebaumöl-Brühen gespritzt um den Pilz in Schach zu halten. Erst im Herbst bricht der Pilz wieder aus, was wohl auch daran liegt, dass ich zum Saisonende immer fauler werde und das Spritzen fast ganz einstelle....
Aus die Maus - der Buchs muss weg...
Aus die Maus - der Buchs muss weg...
Ganz ehrlich? Es wird kein lachendes, sondern nur zwei weinende Augen geben, wenn ich mit der Rodung beginne....
Auch das Inselbeet wird "fallen"
als Alternative, weil es hier eher halbschattig ist, ziehe ich gerade Stecklinge von Heuchera (Purpurglöckchen) die ebenfalls wintergrün sind, aber Schatten mögen. Noch ist die Krone des Kugelahorns klein, aber in 5 Jahren wird das Beet im tiefen Schatten liegen.
Auch die immergrünen Bergenien und Elfenblumen eignen sich für Schattenbeete, der silbrige Wollziest (Stachys byzantina) mag es eher vollsonnig.
Buchsbaumpilz Cylindrocladium buxicola
Frass- und Kotspuren des Buchsbaumzünslers
Also - Auf ein Neues!






