Was ich immer wieder gefragt werde...

18.9.10Ein Schweizer Garten

Macht so ein Garten nicht viel Arbeit?

Ja klar....AAAAABER....
wenn man es gerne macht, zählt es unter Hobbies...

Ausserdem habe ich da für mich schon ein Patentrezept gefunden:
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nämlich das Mulchen - es wurde schon soviel darüber geschrieben, dass ich hier nun keinen Vortrag halten will, aber der Mulch ist wirklich der einzige Grund, dass sich meine Arbeit in bescheidenem Rahmen hält. 

Ich hacke nicht, sondern zupfe nur - beim Hacken werden langlebige Unkrautsamen, die in jeder Erde tausendfach enthalten sind, an die Oberfläche gebracht. Durch Licht und Luft erhalten sie optimale Keimbedingungen, das vermeide ich wo ich kann. 

Hartnäckige Wurzelunkäuter wie Quecke (gottseidank habe ich keinen Schachtelhalm oder Giersch) zupfe ich ebenfalls nur aus, beim hacken würde man ihn noch vermehren, denn jeder nicht entfernte Wurzelrest treibt wieder aus.  Da die Erdoberfläche durch den Mulch immer schön feucht und krümelig ist, können die Wurzelunkräuter auch gut aus dem Boden gezogen werden.

Ich versuche nackte Erde zu verhindern. Dazu verwende ich versch. Mulchmaterialien:



Rasenschnitt (auch jener vom Nachbarn) halten die Beete im Sommer krümelig feucht. An einem sonnigen, warmen Tag dünn! ausgebracht, trocknet er gleichentags ein und wird auch nicht schimmlig.

grober Staudenschnitt - kommt vorallem unter den Sträuchern zum Einsatz. Dort fallen die groben Pflanzenreste praktisch nicht auf.

Sägemehl -
immer dann wenn GG mit der Motorsäge hantiert (und das ist nicht wenig)
Vor dem Streuen kommt eine Handvoll Hornspäne darunter (beim Verrotten wird der Erde Stickstoff entzogen, Hornspäne gleichen das aus)
Holzhäcksel - wird gleich wie Sägemehl behandelt.

Gründdünger z.B. 'Phacelia'
- abgeerntete Gemüsebeete werden im Spätsommer gejätet und gleich vollflächig mit Gründünger eingesäht. Beim ersten Frost sterben die Pflanzen ab und bleiben als Mulchdecke liegen. Die Tiefwurzler lockern den Boden auf. Im Frühjahr wird mit der Grabegabel nur gelockert, nicht umgegraben. 


Bodendecker: Bodendecker sind pflegeleicht und sehen toll aus. In meinem Garten wachsen:
sonnig: Stachelnüsschen,Polster-Thymian, Fiederkraut, Sternmoos, Zimbelkraut
halbschattig bis schattig: Frauenmantel, Heuchera in allen Sorten, Sternmoos, Bergenien, Lungenkraut, Elfenblume (alle wintergrün) und dann ist da noch der allgegenwärtige Storchschnabel Rozanne. Die Staude zieht zwar im Winter ein, aber im Sommer bildet sie so grosse Polster, dass da Jäten völlig überflüssig wird. 


Erpressung: Das ist die einfachste Art überhaupt. Man verspricht den Kinder dies und das für einen Kübel voll gejätetes Unkraut, trinkt in dieser Zeit einen Kaffee und freut sich schelmisch *lach*

Ausserdem bin ich nicht wirklich pingelig (das hilft ungemein) ;-)

Etwas Unkraut dazwischen fällt NICHT auf! Da ich überall sehr hohe Stauden habe, richtet sich der Blick automatisch auf die Blütenhöhe und nicht zum Boden runter. Der Gesamteindruck zählt!


So, das wars - ihr seht - im Grunde bin ich einfach zu faul um ständig zu jäten, 
deshalb mache ich es mir so einfach wie möglich. Aber eines muss ich trotzdem noch loswerden: 
Selbst ein pflegeleichter Naturgarten verlangt nach regelmässiger Pflege ! Vorallem das Aussamen der Unkräuter sollte man vermeiden, wenn man keine Zeit zum Jäten hat, sollte man wenigsten die Blüten abzupfen.

 Gründünger 'Phacelia' im Gemüsegarten



An dieser Stelle einen lieben Gruss an alle Leser, 
ich freue mich immer sehr über Eure Kommentare!
Carmen

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15 Kommentare

  1. Hallo Carmen!
    Arbeit im Garten stört mich kein bisschen, denn wir haben uns lang genug den Gartentraum nicht erfüllen können. Leider können wir nur am Wochenende im Garten sein und somit ist grade das Unkrautjäten immer etwas, das zu kurz kommt. Aber ich habe auch gelernt, nicht pingelig zu sein ;-).
    Für Erpressung sind meine Kinder wohl schon zu erwachsen - obwohl mit einer Einladung zum Grillen könnte man schon allerhand bewirken ;-))).
    Liebe Grüße aus Österreich!
    Verena

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  2. Hallo
    musste schmunzeln beim lesen.....so ähnlich halte ich es auch....durch dies ganze "gehacke" haben viele Pflanzen ja auch keine Chance sich selbst ihre Standorte auszuwählen....mit der Zeit wird man geduldiger,oder?...
    Grüne Grüße Sandra

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  3. Hallo Carmen,
    ich bin gerade erst dabei das Mulchen für mich zu entdecken. Das "dünne" Ausbringen von Rasenschnitt will gelernt sein, bisher ist das bei mir wohl öfter mal zu dick ausgefallen. Aber unter den Nadelbäumen schadet das überhaupt nichts, da ist es prima. Den Phaceliatipp muss ich mal ausprobieren, damit habe ich noch keinerlei Erfahrung, danke für den Hinweis. Noch gibt es bei mir auch zuviele unbedeckte Stellen und in diesem Jahr haben mich die vielen Kleesorten verrückt gemacht, aber vielleicht sollte ich das auch gelassener sehen. An sich sieht der rotblättrige mit den gelben Blüten sogar ganz hübsch aus. Alles in Allem - klar macht ein großer Garten Arbeit und bei uns mache ich die vorwiegend alleine, aber es macht auch Spaß. Sonst sollte man es wirklich lassen.
    Liebe Grüße
    Elke

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  4. Könnte ich auch geschrieben habe,denn genauso läuft es bei mir auch.Ich zupfe hier und da mal wenn ich vorbei gehe,deshalb ist es auch nciht wirklich viel Arbeit.Ich möchhte nicht nur arbeiten im Garten,auch dort sitzen mit einer Tasse Kaffee und den Garten geniessen.

    LG
    Nicole

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  5. Hallo Carmen,
    diese Diskussionen um Garten"arbeit" kennen wir auch. Ich habe für mich die Lösung gefunden, dass ich das Wort Gartenarbeit durch Beschäftigung mit dem oder in dem Garten ersetzt habe. Nun habe ich gut reden. Da ich nicht mehr berufstätig bin, kann ich locker mit dem Garten umgehen. Aber wich haben auch die Feststellung gemacht, dass auf der einen Seite mulchen hilft oder auf der anderen Seite eingwachsene große Staude das Aufkommen von Spontanvegetationen stark behindert. Und wenn ich die Dahlien pflege, schaue ich nicht auf den Boden, VG aus dem Borkergarten Manfred

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  6. Getreu dem Motto: Leben und Leben lassen! ;)

    Hm, das mit der Erpressung ist noch nix für meine Kinderchen. Die würden RESTLOS ALLES zupfen (und es zur Matsch-Grashalm-Blumen-Suppe verarbeiten). :))

    LG,
    Pupe

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  7. hallo Carmen,
    die Idee mit dem Mulchen ist toll, danke Dir für die Tipps...
    Giersch und Vogelmiere lasse ich mittlerweile "kontrolliert" wachsen, sie schmecken gut als Salat, Brennnessel im Beet sehen gut aus und sind für die Schmetterlingsraupen gutes Futter,
    ja und sonst lasse ich auch fast alles wachsen, hier und da mal zupfen und schneiden, wenns zu doll wird...

    liebe Sonntagsgrüße schickt Dir Traudi

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  8. Hallo Carmen! Bei dem Kapitel Erpressung musste ich lachen - sehr schön beschrieben. VG Elke

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  9. Grins, ja diesen Satz höre ich auch immer wieder: "Aber das macht doch so viel Arbeit." Von nix, kommt nun mal nix. Natürlich gibt's im Garten auch Arbeiten, die Frau weniger gern erledigt. Bei mir ist's allerdings nicht das Jäten sondern das Häckseln... und leider habe ich keine Kinder, die ich "erpressen" könnte... und Katerchen Noah ist taub auf diesem Ohr. Auch GGs Ohren sind diesbezüglich verstopft.
    Aber wenn ich nach getaner Arbeit durch meinen Garten schlendere, freut es mich immer wieder, was man mit zwei Händen und ner riesen Portion Sturheit alles erreichen kann.
    Liebe Grüsse
    Alex

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  10. Liebe Carmen,

    Mio=Frau :-)

    Und du darfst die Erniebilder gerne für deine Kinder ausdrucken. Sag mir einfach bescheid, ob die Größe für einen Druck ausreicht, falls nicht, schicke ich dir größere Formate zu.


    LG Mio

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  11. Interessanter Beitrag. Wir haben kaum Grasschnitt. Den wenigen bekommen die Bäume. Sonst versuche ich alles mit Bodendeckern zuzudecken. Da wir einen noch ganz jungen Garten haben, bin ich ständig am Säen, Pikieren, Auspflanzen. Auch ich hacke nicht sondern zupfe. Über den Erpressungs-Tipp habe ich herzlich lachen müssen.

    Weiter so.

    Lieben Gruß
    Sanspareil

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  12. Liebe Carmen,
    ja es hat sich einiges in den manchen Gärten geändert, wenn ich da noch an das Graben und Hacken meiner Großmutter Anfang der 80er denke. Und dann wurde im Herbst alles so schön ordentlich mit Torf abgedeckt ...
    Was habe ich Mitte der 80iger deswegen für Stress gehabt - vorallem in dem spießigen Siedlungsvorgarten, der von der Straße einsehbar war.
    Und jetzt klingt in Deinem Post alles so selbstverständlich und natürlich, fast als ob es schon immer so war :-)
    Ich mag diese Form der Gartenarbeit ja auch immer noch viel lieber als das ordentliche gärtnern, weil der Boden meist durch das Mulchen so schön locker und weniger ausgetrocknet ist. Auch gefallen mir die verschiedenen Strukturen im Winter und frühen Frühjahr wenn sich die ersten zarten Blättchen wieder zeigen. Allerdings gibt es ja leider mindestens 2 Nachteile durch das Mulchen: Nachtschnecken und Zecken mögen so ein Umfeld auch besonders gern. Aber trotzdem möchte ich auch nicht auf das mulchen verzichten, denn so lässt sich wirklich gelassener im Garten arbeiten! Und es bleibt auch mehr Zeit zum Genießen :-)
    Liebe Grüße
    Silke

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  13. Ohne Mulchen würde es in meinem Garten gar nicht gehen.

    Ich werde zwar immer wieder von meinen Nachbarn schief angeschaut und gefragt was ich denn da mach, wenn ich all den 'Gartenabfall' in meinem Garten verteil. Aber inzwischen haben sie gesehen, das meine Pflanzen ganz ordentlich wachsen und auf lange Sicht, das was ich mach meistens einen Sinn hat.

    LG Rosana

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  14. Hallo, liebe Carmen ...

    wir haben im vergangenen Jahr auch mit dem Mulchen angefangen - herrlich, und sooooo bequem!!
    Da schaffe selbst ICH es, den Garten 'wildkräuterfrei' zu halten.

    Liebe und herzige Grüße zum Wochenstaart
    *Angela*

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  15. Eure Garte isch wirklich e Traum, schön dass ihr in mit uns teilet.

    Süessi und sunnigi Grüess
    Karin

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