Pelargonien

Sag niemals nie, wie ich zur Geranienliebe kam und warum man mich Patina nennt.

10.5.16Ein Schweizer Garten

Ich bin in einem alten Haus aufgewachsen, an welchem die Fenster üblicherweise mit Blumenkisten voller Hänge-Pelargonien geschmückt wurden. Auch mein nordseitiges Kinderzimmerfenster wurde nicht "verschont" Und wenn Mutter ihre mächtigen Blumenkisten auf die Zimmer verteilte, dann wurde es in meinem eher dunklen Kinderzimmer noch finsterer.
Ich wollte Licht, Luft und Aussicht statt in meinen Augen altmodische Geranien und eine mit Giesskanne bewaffnete Mutter, die ständig in mein Zimmer kam. Damals schwor ich mir, dass mir niemals Geranien ins Haus kommen.
Ein Toskana-Urlaub änderte meine Meinung schlagartig, denn die kräftigen, leuchtenden Farben in den Terrakotta-Töpfen sahen einfach fabelhaft aus. Die wunderschöne Umgebung erledigte den Rest. Zuhause wollte ich diese Ferienstimmung einfangen und so zogen die ersten Pelargonien bei mir ein.
Seither wächst die Schar stetig. 
Im letzten Frühjahr habe ich einen Steckling von Bornholm, einer rosenblütigen Pelargonie (Rosebud) geschenkt bekommen. Die Blätter sind teilweise gelbgrün marmoriert und sehen sehr interessant aus. Rot ist zwar nicht gerade meine Lieblingsfarbe, aber die Blatt- und Blütenstruktur faszinierte mich. 
Einige besonders hübsche Pelargonien hatte ich zuvor schon mehrmals überwintert, im letzten Winter googelte ich dann gezielt nach aussergewöhnlichen Sorten, da es auf den hiesigen Märkten fast keine Raritäten zu kaufen gibt.
Pelargonienträume
Ich bin bei Sabine Trager von Pelargonienträume gelandet und konnte mich kaum entscheiden, welche Sorten ich bestellen soll. Die tulpenblütigen hatten es mir besonders angetan. Vor drei Wochen kam meine Bestellung mit Jungpflanzen dann endlich an. Die kräftigen, gesunden Pelargonien waren super verpackt, sodass kein Zweiglein abgebrochen war! Herzlichen Dank, Sabine!  Hier gehts zur Website von Pelargonienträume *KLICK*
Die Blüten der Pelargonie Emma fran Bengstbo und Pink Pandora öffnen sich nicht weiter
als auf dem Bild - wie perfekte kleine Tulpen. Die Sorten Herma, Marbacka, Swanland Pink, Millfield Rose und Mr.Wren blühen noch nicht, weshalb ich sie später vorstelle.
Die marmorierte Sorte Avenida Mosaic Purple begleitet mich schon viele Jahre.
Manchmal bringt sie einzelne knallpinke Blüten wie im Bild unten links hervor.

Solange es nachts noch kalt war, sonnten sich die Neuerwerbungen tagsüber auf der Terrasse
Auch im Halbschatten blühen sie noch...
Die schönsten Sorten überwintere ich in einem kühlen, hellen Raum. Bevor sie eingewintert werden, schneide ich sie stark zurück und pflanze sie aus Platzgründen in einen kleineren Tontopf. Um das Giessen zu erleichtern, stelle ich alle Töpfe auf alte Metalltablets, statt in einzelne Untersetzer.
Schon kurz nach dem Rückschnitt treibt frisches Grün aus, trotz des weniger werdenden Lichtes. Gegossen wird im Winter nach Gefühl, Blütenansätze knipse ich immer aus, erst ab März lasse ich Blütentriebe stehen. Ich habe schon fast alle Überwinterungstechniken versucht. Die besten Ergebnisse ohne jegliche Ausfälle erzielte ich im hellen, unbeheizten Zimmer bei 15°-18°. Seither habe ich ab Anfangs April bereits kräftige und blühwillige Pflanzen, die ab Ende April nach draussen kommen. 
Bild oben links: Pelargonien im Januar im Winterquartier - das Licht kommt von oben (grosses Dachfenster) was sich als ideal erweist, um vergeilte Triebe zu vermeiden - gedüngt wird während der Ruhezeit nie, gegossen nur mässig.
Als Begleitpflanzen zu den Pelargonien nehme ich für die drei Blumenkisten beim Küchenfenster meist Zauberschnee 'Diamond Frost', Zauberglöckchen (Mini-Hängepetunien) oder Schneeflockenblume (Bacopa) sowie Bunter Gundermann.

Hängepetunien gibts in wunderbaren Farben, ich stimme sie immer auf die Pelargonienfarbe ab.

Bild unten: diesselben Blumenkisten Ende April und Ende Juli
Und so präsentiert sich das Fenster von innen.
Im Halbschatten auf der Nordwestseite des Hauses haben sich blaues Gänseblümchen, 
Bacopa und fleissige Lieschen bewährt. 
 Und nun verrate ich euch noch, warum man mich Patina nennt. 
Ein guter Bekannter fragte mich, wie man alte Tontöpfe richtig sauber kriegt. Ich lachte ungläubig über diese "absurde" Frage, weil ich doch schon seit Jahren alle neuen Tontöpfe mit einer Moos-Joghurt-Zuckermasse bestreiche, damit sie möglichst schnell alt aussehen und Patina bekommen. Seither nennt er mich Patina...

wenn schon, dann bitte 

'Petra Pamela Patina'


Fazit:
  1. Sag niemals nie (das gilt auch fürs Sockenstricken)
  2. Pelargonien sind IN
  3. Petra Pamela Patina ist kein Pornostar
  4. Tontöpfe mit Patina putzt man nicht


Herzliche Grüsse
Eure P.P.P


Patina-Rezept:
Neue, unglasierte Tontöpfe über Nacht wässern
eine Handvoll Moos, Naturejoghurt oder Buttermilch, wenig Zucker im Mixer pürieren und mit einem Pinsel auf die Tontöpfe auftragen. Töpfe an einer kühlen, schattigen und feuchten Stelle lagern. Gelegentlich wässern, damit sie nicht zu stark austrocknen.

Wer sich nun auch im Pelargonium-Fieber befindet, kann auf meinem Pinterestboard weiterstöbern.










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22 Kommentare

  1. Guten Morgen, Petra Pamela!

    Hihihi!
    Du hast mir den Titel vorneweg stibizt. Sag nie mals nie, oder wie ich doch hinten auf einen Töff stieg. Oder so ähnlich. Liebe Grüsse von mir

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  2. Herrlich Carmen ... ääh Petra Pamela Patina ;-)))))
    Ich liebäugle auch immer wieder mit Geranien. Besonders die Gefüllten finde ich ganz zauberhaft. Mal schauen wie lange ich noch standhalten kann.

    Ganz liebe Grüße
    Ines

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  3. Ich liebe sie auch. Vor allem sind es die zuverlässigsten Blüher in Kästen & Töpfen ( ich habe übrigens auch deine Kisten und patinierte Töpfe ). Selbst auf der Nordseite meines Hauses gedeihen sie. Ich mische immer die rotlaubige Prunkwinde dazwischen, bevorzuge aber auch die ganz dunkelroten Hängepelargonien zu weißen stehenden. Dieses Jahr auf jeden Fall wieder. Leider habe ich keine idealen Überwinterungsmöglichkeiten.
    Deine bezaubernde Sammlung kann ich also nicht imitieren...
    Einen schönen Tag!
    Astrid

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  4. Heute erinnerst du mich an meine Mama, wir suchten auch immer besondere Pflanzen davon aus für ihre
    Balkonkästen, mit ganz viel Liebe wurden sie ausgesucht und gepflanzt...
    Als Gast auf einer Alm bekam ich immer ein Abschiedssträußchen gebunden davon...
    Ich kann es nachfühlen und freue mich für dich, tolle Fotos hast du gezeigt und dein Blick
    aus der Küche ist ein Traum...
    Einfach klasse!! Viel Freude mit deiner Geranienliebe und deinem wundervollen Garten,
    herzlich Monika*

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  5. Was für ein wundervoller Post. Ich bin auch ein großer Fan von Geranien und "beherberge" in unserem Haus, das das meiner Großeltern war, über 40-Jahre alte Geranien. Wir setzen immer wieder neue Stecklinge und lassen sie in unserem Wohnzimmer überwintern. Das klappt sehr gut. Und wenn ich mir eine Portion Glück wünsche, reibe ich ein Blatt zwischen den Fingern und genieße den wundervollen Duft.
    Herzliche Grüsse,
    Claudine

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  6. Ich musste breit grinsen...Als ich meine erste Wohnung mit Balkon bezog, schwor ich mir, dass niemals..NIE...Pelargonien dort einziehen werden...Ja, und dann fuhr ich nach Dänemark...und nach Burgund (seit Burgund schätze ich übrigens die "Einfachblühenden" wieder sehr)...Ich habe jetzt übrigens eine Ahnung bekommen, warum du im Sommer kaum zum Bloggen kommst...;-). LG Lotta.

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    1. Schön dass es auch anderen so geht mit den Pelargonien. Das wenig Bloggen hat übrigens nichts mit der sommerlichen Giesserei zu tun. Nach 8 Jahren Blog, ist man manchmal etwas müde....Bilder und Ideen hätte ich genug, aber die schaffens einfach nicht immer verbloggt zu werden.

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  7. Ich hatte ein ähnliches Erlebnis mit meiner Oma! Da waren auch die Fenster mit Geranien vollgestellt! Jetzt habe ich auch ab und zu welche auf der Terrasse stehen. Aber noch lieber ist mir Geranium in den Beeten!
    Viele Grüße von Margit

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  8. Um Pelargonien muss ich mich nicht kümmern , da macht es eines Tages schwups und die Schwägerin und der Schwager packen mir automatisch zwei *Geranienkisten* vor die Küchenfenster.
    Sie kümmern sich um die Blumenkistchen vor den Fenstern und ich mich um den Garten , das nennt man dann Arbeitsteilung , grins.
    Die Pelargonien die du uns zeigst sind natürlich wunderschön und nicht diese null-acht-fünfzehn-dinger die jeder hat.
    Aber mein Herz ist so richtig auf geblüht als ich dein Hundeli und deine Katze gemeinsam auf dem Foto an der Sonne hab dösen sehen....hach seufz , ist das schön.
    Liebgruess
    caro

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  9. Wenn ich zu Rosen komme, warum sollst Du dann nicht Geranien?
    Super Fotos liebe Carmen und Dein Garten ist wie immer ein Traum!
    Viele Grüße von Renate

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  10. Sensationelle Bilder!
    Liebe Grüße aus dem Montafon

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  11. Carmen, weißt du denn nicht, dass man immer zu seinen Wurzeln zurückkehrt, ob man das will oder nicht? Mit Erschrecken bemerke ich in letzter Zeit, dass ich mehr wie mein Vater denke und handele. Und das wollte ich doch früher nicht.
    Ich mag die Pelargonien sehr, habe aber keine, weil ich sie nicht überwintern kann, das gleiche gilt den Fuchsien.

    Sigrun

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  12. Du hast mir schon heute morgen ein breites Grinsen aufs Gesicht gezaubert. Jetzt kehre ich zurück, um die feinen Geranien noch eingehend zu bewundern. Was bin ich froh, dass Du der Patina meiner Tontöpfe nun zur Wertschätzung verholfen hast. Habe ich doch vorgestern Geranien dort hinein gesetzt, die ich früher für spießig gehalten habe. So gern hätte ich eine Überwinterungsmöglichkeit...
    Liebe Grüsse
    Andrea
    PS. Das Hund-Katzen-Duo sieht sooo süß aus!

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  13. Liebe Petra Pamela Patina von Pelargonien!

    Bei mir verlief das so:
    1. Keine Geranien - sowas Spießiges!
    2. Geranien - da gibt's doch sooo schöne Farben und Formen!
    3. Wenig Geranien, weil...

    In letzter Zeit hatte ich kein Glück damit. Wenn sie mal blühten, stürmte und goss es und die Blüten waren dahin. Oder die Schnecken erfreuten sich dran.
    Das Überwintern ist bei mir schwierig, weil wir im Keller die Heizung haben und es dort nicht mehr kühl ist. Kühl und hell habe ich gar nicht anzubieten.
    Ich habe eine Edelgeranie (weil sie recht teuer war und mir gut gefiel) in einem verglasten Windfang überwintert. Dort friert es zwar auch, wenn es sehr kalt ist, aber ich habe dann über Nacht Kerzen aufgestellt, was funktioniert hat.
    Diese Geranie blüht jetzt auch schon sehr üppig.

    Liebe Grüße,
    Simone G. aus B. / Ger.

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  14. Ich liebe pinkfarbene Geranien in patinierten Tontöpfen! Bei mir dürfen sie auch nicht fehlen. Selbst wenn sie (am Anfang) nur einzelne Blüten haben, leuchten diese so intensiv, dass sie einfach superschöne Hingucker sind. Früher mochte ich weder Geranien noch Pink :-)
    Ganz viele schöne Gartengrüße
    Doris

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  15. gerne gelesen * so viele tipps auf einmal * da kann man wirklich viel dazulernen * danke!!!
    hier sind zuerst alte geranien gelandet die niemand wollte und nun nach etliche jahren haben sich einige dazu gesammelt und überwintern in der garage oder wenn es sehr kalt ist in einem wenig geheiztem zimmer wie bei dir. aber vergesse oft das zurückschneiden;) in einem garten im Elsass *jardins de la ferme bleue* waren am eintritt zwei hohe tongefässe auf jeder seite mit hellrosa geranien geplanzt * seitdem auch hellrosa sehr beliebt bei mir sowie ganz dunkelrot die ich auf einer gartenmauer gesehen habe in *pots vernissés*...geranien sind wunderbar, sie blühen und verdursten nicht bei sommerhitze.
    schönes wochenende im garten *

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  16. ein traumhaftes Blütenmeer
    wunderschön deine Pflanzungen..
    leider habe ich keine Blumenkästen mehr
    da waren auch immer Geranien drin
    der Trick mit dem Moos ist ja toll..
    ich habe Dekotöpfchen schon mit weißer und grüner Farbe betupft ;)
    liebe Grüße
    und ein frohes Pfingstfest
    Rosi

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  17. Hallo Carmen,

    mir waren Geranien immer ziemlich egal. Aber seit wir einen schönen großen Garten haben, platziere ich sie auch überall in Tontöpfen. Nur leider hat es mit dem Überwintern nicht geklappt. Es war wohl zu feucht beim Kelleraufgang :-(
    Mein Schwiegervater hat eine sehr hübsche Sorte (keine Ahnung, ob sie einen Namen haben), die Blätter haben einen ganz weißen Rand. Dieses Jahr geht es wieder nach Bornholm, dann bringe ich mir Stockrosen und Geranien mit.
    Liebe Grüße
    Manuela
    P.S. wieder einmal sehr schöne Fotos, die Lust aufs Gärtnern machen

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  18. hallo Carmen,
    auch ich habe immer gesagt Geranien - niemals! Jetzt liebe ich sie, in Töpfen mit Patina!
    Wunderschöne Bilder!
    liebe Grüße
    Gerti

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  19. Liebe Carmen,
    Deine Seite gefällt mir sehr, so dass ich mich gleich als "Dauergast" eingemietet habe...
    Ich liebe Pelargonien auch, weiss aber seit einiger Zeit, dass sie (leider! leider!) weder Nektar noch Pollen für unsere Bienen und Co. bereithalten...von der Seite betrachtet sind sie eine Mogelpackung...Das ist sooooo schade! Ich habe für mich einen Kompromiss gefunden, denn ich möchte in keinem Fall auf diese wundervollen, robusten, farbenfrohen, vielfältigen Dauerblüher zur Gänze verzichten - von daher habe ich ihre Stückzahl reduziert und als Beipflanzungen Bienenweiden gewählt. Ich denke, dass ist eine tragfähige Linie, die man ohne schlechtes Gewissen gehen kann...Aber für nächstes Jahr werde ich mir auch von Sabine Trager diese knospigen Sorten schicken lassen - einfach so zur Freude und fürs Auge...die Bienchen bekommen dann wieder eine Extra-Portion Bienenweide!
    GLG Heidi

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  20. Oh wunderbar, wie ich mich in dieser Geschichte wieder erkenne - von 30 Jahren bin ich an der Geranienliebe meiner Mutter verzweifelt. Heute bettle ich um jeden Steckling :).

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  21. Sie sind wieder im Kommen, die "Geranien", ganz sicher! Die protzigen Balkonkästen aus meiner Kindheit versetzen mich immer noch in Grauen, aber gerade die skandinavischen Sorten haben es mir sehr angetan - sie bevölkern in Einzeltöpfen meine rückwärtige Treppe. Emma f. Bengtsbo, Marbacka, Marbacka Tulpan, Smultron och Mjölk, Vit Smaland, Vit Rosen u. Viva Madeleine sind meine Lieblingsschweden. Dazu noch ein paar kleinblütige Duftperlagonien und Töpfe mit P-a-t-i-n-a ... perfekt.
    Liebe Grüße
    Claudia

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